Kameras und Scanner

Warum hochwertige Scans und Fotos?

Der Vorteil von digitalen Aufnahmen liegt darin, dass sich die abgebildete Information nicht  verändert, während bei Dias und Ektachromen schon nach wenigen Jahren einen Zerfallsprozess in der Emulsionsschicht beginnt.
Erst mit einem hochwertigen Foto oder Scan kann man Details, die man vorher so mit menschlichem Auge nicht wahrgenommen hat, erfassen. Das Ergebnis sollte dabei so beschaffen sein, dass heute und in Zukunft auch kleinste Details begutachtet werden können.

Wieso reicht einfaches Fotografieren nicht?

  • Viele Objektive können die Empfindlichkeit des Chips nicht auflösen.
  • Abfallende Schärfe an den Rändern und Verzeichnungen sind auch bei sehr teuren Objektiven keine Seltenheit.
  • Die Pixeldichte der Chips ist zu dicht, das Signal muss aufwendig nachbearbeitet werden. Die Ergebnisse dieses Rechenprozesses sind häufig Farbfehler und Farbstiche, die nicht oder nur mit großem Aufwand korrigiert werden können.
  • Abgesehen von Mittelformatkameras im High End Segment, sind selbst Vollformatkameras mit 50 M/pixel Bildsensor suboptimal.
  • Ob man fotografiert oder nicht, richtet sich hauptsächlich danach, was gewünscht ist. Wenn High End Qualität und Langzeitarchivierung nicht erforderlich sind, dann ist eine digitale Kamera im Vollformat sicher ausreichend. Ansonsten bieten sich Mittelformatkameras und Scanner an.

Wann setzen wir welches Kamerasystem ein?

Das hängt im Wesentlichen von der Aufgabenstellung oder vom gewünschten Ergebnis ab.  Wenn die Bilder nur als Arbeitsfoto dienen sollen, reicht eine einfachere Qualität mit einer geringeren Auflösung. Allerdings besteht das Problem bei der Arbeit mit einer geringeren Qualität darin, dass für den Fall, dass mehr Qualität benötigt wird, diese dann nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb sollte, wenn möglich, immer mit einer hohen Qualität gearbeitet werden.

Als wir das Digitalisierungsprojekt Albert Fürst gestartet haben, hatten wir eine Vollformatkamera der Marke Nikon D700 zur Verfügung. Die erst Begeisterung ist schnell einer Ernüchterung gewichen. Sowohl in der Farbtreue, als auch in der Auflösung feiner Details ließen die Ergebnisse zu wünschen übrig. (Auch wenn die Auflösung bei den heutigen Spiegelreflexkameras erheblich vergrößert wurde, bleibt immer noch das Problem der Farbtreue). Um die Qualität zu verbessern war die nächste Anschaffung ein Scanback der Firma Rencay. Das Scanback wird an eine Großformatkamera adaptiert, die mit entsprechenden Objektiven für den Reprobereich ausgestattet werden kann. Diese Art der Aufnahmetechnik lässt in Bezug auf Auflösung und Farbtreue keine Wünsche offen und erfüllt höchste Qualitätsansprüche.

Wenn man am Ziel ist, stellt sich folgende Frage: Warum ein weiteres Kamerasystem? Das Rencaysystem braucht während des gesamten Scanvorgangs, ca. 2-3 Minuten, Dauerlicht. In dieser Zeit muss das Umfeld zudem absolut erschütterungsfrei sein, was sich nicht überall bewerkstelligen lässt. Aus dem Grunde brauchten wir ein System, das bei gleicher oder ähnlicher Qualität ohne die vorgenannten Einschränkungen zu händeln ist. Wir haben uns für ein Kamerasystem der Firma Mamya (Baugleich Phase One) entschieden. Im Verband mit den Objektiven der Firma Schneider lassen sich auch hier hervorragende Ergebnisse erzielen. Die Qualität des Blitzlichts ist konstant und durch entsprechende Filter kann der Anteil des UV-Lichts erheblich reduziert werden.

Vergleich Ergebnis Kameras und Scanner

Diese Fotos sind nicht unter Laborbedingungen entstanden.

 

Wofür brauche ich was?

 

Mamiya Kamera

Kamera

Eine Mittelformatkamera setzen wir ein, wenn es schneller gehen soll, ein höherer Durchsatz gebraucht wird oder die baulichen Gegebenheiten den Aufbau eines Scanners nicht zulassen wie z.B. bei Außenaufnahmen

 

Rencay Scanner

Scanner

Ein Scanner wird eingesetzt, wenn es um die Erschließung feinster Details geht und dabei die Gefahr der Bildung von Artefakten und Moreés besteht, z.B. bei Materialien mit feinen Strukturen wie Stoffe oder Stiche. Zudem bietet sich die Nutzung eins Scanners an, wenn eine konstante Beleuchtung möglich ist, auch unter einer verminderten Lichtintensität (UV-Belastung).

Trommelscanner

Sonderfall Trommelscanner

Der Trommelscanner ist ein Relikt aus analogen Zeiten. Ursprünglich wurden damit Negative und Dias für Magazine und Buchpublikationen digitalisiert. Mit Aufkommen der Digitalkamera ist dieser Prozess nicht mehr benötigt worden und die Produktion von Trommelscannern wurde eingestellt.
Insgesamt darf man den Markt für Scanner in den letzten Jahren wohl als rückläufig bezeichnen. Die Trommelscanner finden in solchen Nischen wie Digitalisierung immer noch eine Daseinsberechtigung, weil ihre Qualität bis heute unerreicht ist. Dabei ist es nicht nur die Auflösung die beeindruckt, sondern vor allen Dingen die Dichte.